Wattwanderungen nach Wangerooge und Juist sind verboten. Zu Borkum besteht keine Wattwanderverbindung. Zu den anderen Inseln - insbesondere Baltrum - werden regelmäßig geführte Wattwanderungen mit erfahrenen Wattführern angeboten. Informationen erhalten Sie auf den Webseiten der Kurverwaltungen und der Wattführer.
Wattwanderung nach Norderney
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Wattwanderung nach Baltrum
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Wattwanderung nach Langeoog
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Wattwanderung nach Spiekeroog
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Wattwanderung nach Minsener Oog
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| Personen, die sich allein im Watt aufhalten, sollten unbedingt einen Kompaß sowie ein Handy mit sich führen. Sehr gefährlich wird es, wenn plötzlich Seenebel oder ein Gewitter auftritt. Der Nebel ist häufig so dicht, dass nichts mehr zu erkennen ist. Bei Gewitter stellt der Mensch im ebenen Watt die einzige Erhebung dar und nimmt somit die Rolle des Blitzableiters ein. Auch der Sturm kann eine Gefahr sein. Evtl. läuft das Wasser nicht soweit ab wie gedacht, oder das Wasser kommt beim Einsetzen der Flut schneller und höher zurück. All diese Gefahren kennt der Wattführer und ist entsprechend ausgerüstet. Neben der Sicherheit bieten die Wattführer den Wattwanderern viele interessante und witzige Informationen rund um das Watt. Kinder unter 8 Jahren und körperbehinderte Menschen dürfen an organisierten Wattwanderungen nicht teilnehmen, denn die Anstrengungen auf einigen Strecken sind nicht zu unterschätzen. Hunde dürfen zur Wattwanderung nicht mitgenommen werden. |
Ausrüstung für eine Wattwanderung:
Wattführer
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Literaturtipps :Durch einen Klick auf die abgebildeten Bücher und den beschreibenden Texten wechseln Sie zur Amerzonseiten und können, wenn Sie möchten das jeweilige Buch sofort bestellen. Weitere Infos werden dort auch geboten. |
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"Nachtwanderungen durch das Watt sind wegen ihres besonderen Reizes nichts seltenes mehr, und Wattwanderungen bei Nebel ergeben sich wetterbedingt oft und urplötzlich. Man muß immer damit rechnen und sich zu helfen wissen. Eine Wattwanderung bei Nacht und Nebel gleichzeitig ohne eingehende Vorbereitung und Absicherung ist eine Sache, die man besser vermeiden sollte.
Eine kleine Gruppe erfahrener Wattläufer waren am frühen Morgen nach
Wangerooge gegangen. Der Nebel ließ
die zur Orientierung erforderlichen Sichtweiten noch zu so daß der Kompaß
nicht mehr benötigt wurde, als man das Prielsystem erreicht hatte.Eine
Westumgehung der tiefgründigen Muschelbänke bot keine Schwierigkeiten,
da diese hier in den letzten Jahren weit zurückgewichen sind.
Fester Sand ist dort geblieben, wo man einst auf weite Strecken hin bis über
die Knie in weichen Schlick einsank und sich die Schienbeine an den Muschelschalensplittern
zerschnitt. ...
Die Insel erreicht und angefüllt mit vielen Tassen Tee starteten wir rechtzeitig am Abend zum Heimweg. Der Nebel ist noch dichter geworden als am Tage. Immer wieder muß der Kurs korrigiert werden. Ein paar wegen anfänglich zu großer Gleichgültigkeit unterlassener Korrekturen entstanden Umwege über östlich gelegene Schlickfelder und westliche Sände wurden noch mit Vergnügen als zusätzliches Konditionstraining hingenommen. Auch wurden interessante Neukenntnisse dabei gewonnen. Um trockene Füße zu behalten, mußten manch weiterer Umweg gemacht werden. damit es nicht oben in die Stiefel lief.
Nach dem Durchqueren des südlichsten der durchgehenden Priele wurde es schnell so dunkel, daß der Kompaß nicht mehr zu erkennen war. Dreieinhalb Kilometer "Schlickwüste" ohne Anhaltspunkt, - keine Lichter in der Ferne, kein Stern am Himmel - zuletzt war nicht einmal mehr zu erkennen, wohin die Füße traten!
Ein genaues Einhalten der Südsüdwestrichtung auf längere Strecken
erwies sich als unmöglich, da jeder Schritt ertastet werden mußte
und wir uns manchmal gegenseitig Hilfe leisten mußten in dem unwegsamen,
manchmal tiefdurchfurchten, mal weich grundlosen, mal harten, mal wasserbestandenem
Gebiet, in das wir hineingeraten waren.
Laufend mußte der Kurs überprüft werden. Gegen den Himmel sahen
wir die Nadel in dem Kompaß, der oben und unten -glücklicherweise-
eine Glasscheibe hatte. Stand sie quer zur Marschrichtung, waren wir wieder
falsch. Doch wo lag nun Norden? Wo Süden? Links oder rechts? Mit dem Taschentuch
in der Hand ließen wir uns vom Wind führen. Manchmal war es so windstill,
manchmal lenkte der Nachbar den schwachen Wind ab.
Je näher wir der unsichtbaren Küste kamen, desto mehr Überraschungen
bot der unsichtbare Weg unseren Füßen. Zerklüftet von Rinnsalen,
mal hart, mal ganz weich - bis zu den Knien- und beinbrecherisch wurde es wider
Erwarten gar auf dem Deichvorland, welches von metertiefen Gräben durchzogen
war, die weich und schlickig auf der Sohle waren und so geraden Kanten hatten,
daß wir uns gegenseitig heraushelfen mußten. Endlich war der Deich
erreicht.
...
Ohne so umfassende Kenntnisse und Erfahrungen, ohne solch zuverlässige
Kondition, Selbstsicherheit und gegenseitiges Vertrauen hätten nun mit
Sicherheit drei Arbeitsplätze für die vielen Suchenden offen gestanden.
Wir meinten, zur Übung müßten wir etwas derartiges bald einmal wieder tun. Wir müßten ja noch sehr viel lernen. Wir lieben die Gefahr, wenn wir sicher sind, sie zu bewältigen. Leichtsinnig sind wir nicht. Doch einer von uns dreien kam einige Jahre später durch seinen Leichtsinn ums Leben."
"Christian Eisbein ist Wahl-Ostfriese. Der gebürtige Haller kam 1935 mit dem Fahrrad nach Ostfriesland - und entdeckte seine Liebe zu diesem Landstrich. Nach Krieg und Gefangenschaft kehrte er hierher zurück, arbeitete als Landwirt, als Postbote, als Bildhauer und schließlich als Wattführer. " aus natur 10/87